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Etikettierung

Die Angaben auf Mezcal- oder Tequila-Etiketten müssen den gesetzlichen Vorschriften im Herstellungsland Mexiko, als auch im Empfängerland entsprechen. Viele Hersteller bilden aber noch weitere Informationen ab. Besonders bei Mezcal hat sich unter den Kleinproduzenten eine hohe Transparenz durch Herstellungs- und Produktdetails etabliert. Prinzipiell gilt: Je mehr Informationen, desto vertrauenswürdiger Produzent und Produkt.

Einen Überblick über alle formalen Einteilungen gibt es unter ARTEN & QUALITÄTEN.

 

Beispielhaft für Mezcal das Etikett von DON MATEO DE LA SIERRA:

 

1. Produkt und Kategorie1,2 ­ / 2.Markenname1 / 3. Produktname (hier: Agavenart)1 / 4. Alkoholgehalt1,2 / 5. Füllmenge1,2 / 6. Herkunftsregion1 / 7. Mezcal-Klasse1 / 8. Vermerk „Geschützte Herkunft“1 / 9. Vermerk 100% Agave1 botanischer Name° / 10. Abbildung der verarbeiteten Agave° / 11. NOM-Nummer1 / 12. Internetpräsenz° / 13. Barcode° / 14. Details zur Produktion° / 15. Importeursadresse2 / 16. Herstelleradresse1 / 17. Details zu Flasche & Inhalt: Herstellungsort°, Produktionsdatum°, Losnummer (Batch)1,2, Gesamtproduktionsmenge°, Flaschennummer°

 

1vorgeschriebene Angabe in Mexiko

2vorgeschriebene Angabe in Deutschland

°zusätzliche Information

 

Ergänzt wird dieses Etikett vom Hologramm des Consejo Regulador del Mezcal (CRM) mit einem QR-Code, falls das CRM für die Zertifizierung dieses Produktes zuständig war. Es gibt allerdings inzwischen auch andere Zertifizierer.

 

Beispielhaft für Tequila das Etikett von Tequila SIEMBRA VALLES:

1. Produkt und Kategorie1,2 / 2. Markenname1 / 3. Produktname (=Tequila-Klasse / Lagerdauer)1 / 4. Alkoholgehalt1,2 / 5. Füllmenge1,2 / 6. NOM-Nummer1 / 7. Region° / 8. Informationen zum Fassausbau° / 9. Details zu Flasche & Inhalt: Anbauort Agave + Registrierungsnummern beim CRT°; Erntejahr, Ernteleiter, Art d. Schnittes°; Ofentyp und Dauer d. Kochens°; Vermahlung°; Gärungstanks, Hefen, Dauer°; Master Distiller, Destillierapparate°; Lagerunsgdauer°; Daten zum Fass° / 10. Internetpräsenz° / 11. Herstelleradresse1 / 12. Importeursadresse2 / 13. Losnummer1,2 / 14. Barcode°

 

1vorgeschriebene Angabe in Mexiko

2vorgeschriebene Angabe in Deutschland

°zusätzliche Information

 

Trinken & Verkosten

Wie jedes gute Destillat wird Mezcal und Tequila bei Zimmertemperatur genossen. Und da die traditionelle Trinkstärke hier bei 45% bis über 50% Alkohol liegt, ist es ratsam, das richtige Glas zu wählen. Dieses sollte einen weiten Rand haben und die Flüssigkeit darin eine große Oberfläche, um mit der Luft reagieren zu können.

 

Wir empfehlen Likörschalen oder Coupettes, zur Not auch ein Weinglas oder ein Nosing-Glas. Weniger geeignet sind Grappa- oder Shot-Gläser. Zwar ist das caballito -ein hohes Shot-Glas- das klassische Tequila-Glas in Mexiko, was aber eher mit umstandslosem Trinkverhalten zu tun hat und dieser Umstand es nicht geeigneter macht.

 

Unter ZUBEHÖR haben wir einige Trinkgefäße, die wir für geeignet halten, im Shop.

In jüngster Zeit haben sich flache Schalen aus Keramik etabliert, allerdings kann man dabei das Destillat und dessen Verhalten (viskos, wässrig etc) im Glas nicht sehen. Traditionell wird Mezcal auch aus JÍCARAS, also Schalen aus der Frucht des Kalabassenbaumes getrunken, die auch oft in der Brennerei zum Einsatz kommen. In der Gastronomie in Mexiko hat sich die VELADORA (auch: vaso cruz) etabliert, ein kleines Glas mit ca 5cl Fassungsvermögen, welches eigentlich für Kerzen der Ewigen Lichter in der Kirche ist und deshalb oft ein Kreuz am Boden hat.

 

Agavenbrände sind sehr komplex, was allerdings einer gewisse Zeit an der Luft bedarf. Das heißt, lassen Sie die Flüssigkeit -ähnlich wie beim Wein- atmen. Der Geschmack verändert sich wahrnehmbar, wird tiefer und komplexer. Besonders bei frisch geöffneten Flaschen können anfangs Fehlnoten oder starker Alkoholgeruch dominieren, die dann aber verschwinden. Wenn die Flasche bereits geöffnet ist und einen guten Teil Luft enthält, ist dieser Effekt nicht mehr so ausgeprägt.

 

Im Gegensatz zum Tequila ist Fasslagerung für Reposado oder Añejo bei Mezcal nicht sehr verbreitet. Oft haben diese Produkte auch eine etwas geringere Trinkstärke von 40% oder 42% Alkohol. Obwohl Agavenbrände traditionell ungelagert, also als Joven oder Blanco, bzw Plata getrunken werden, ist es natürlich reine Geschmackssache, ob einem die Holznoten des Fasses zusagen. Allerdings gibt es die traditionelle Lagerung in Glas, welche tatsächlich ein Qualitätsmerkmal ist und gerade bei hochprozentigen Bränden für eine weichere Aromatik sorgen. Ebenfalls traditionell ist die Lagerung in Tongefäßen, die oftmals auch eingegraben werden. Da der Ton porös ist, findet hier ein Austausch mit dem Material bzw der umgebenden Erde statt und der Brand nimmt mineralische Noten auf.

 

Geschmacksache sind natürlich auch Produkte mit Infusionen, d.h. eingelegten Pflanzen oder einem „Mezcalwurm“. Denn wenn es um den reinen Ausdruck der Agavenart und deren Verarbeitung geht, ist man bei einem ungelagerten, nicht aromatisierten Produkt am besten aufgehoben. Und zwar ohne Obst oder Gewürze als Begleitung. Dies soll nicht heißen, dass es keine sinnvollen Food Pairings mit Agavenbränden gibt, im Gegenteil!

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